Die Photovoltaikanlage auf der Tennishalle

 

Die folgenden Informationen zur Photovoltaikanlage auf dem Dach der Tennishalle des TV Trebur wurden uns vom photovoltaikbüro Ternus & Diehl GbR in Rüsselsheim zur Verfügung gestellt.

 

Auf der Tennishalle des TV Trebur in der Astheimer Strasse arbeitet seit Dezember 2011 das erste, durch Bürger finanzierte und gleichzeitig auch eines der größten Solarkraftwerke der Verbandsgemeinde Trebur in Südhessen. Das Photovoltaikbuero hat die technische Planung der Anlage gemacht, die Realisierung erfolgte durch die inek Solar AG aus Bischofsheim.

 

Es handelt sich um eine Tennishalle mit einem Satteldach, dessen Fläche 1960m² beträgt. Die eine Dachfläche zeigt nach Südwesten, die andere nach Nordosten. Jede der beiden Dachflächen ist etwa 980m² groß. Da zum Anschluss der Anlage an das Stromnetz des Überlandwerk Groß Gerau (ÜWG) eine Netzverstärkung notwendig war, stellte sich die Frage ob auch die nördliche Dachseite für die Solarstromerzeugung genutzt werden sollte. Zur Netzverstärkung musste eigens eine neue Trafostation aufgebaut werden. Die Kosten solcher Stationen hängen weniger von der Größe des eingesetzten Transformators, als vielmehr von den Kosten für die Aufstellung, die Kabelverlegung und die notwendige Einbindung ins Mittelspannungsnetz ab. Daher erschien es sinnvoll auch die von der Einstrahlung her schlechtere nördliche Dachseite der Tennishalle mit Modulen zu belegen um die neue Trafostation besser auszulasten. Im Artikel “Es muss nicht immer Süden sein” hatte das photovoltaikbüro Ternus & Diehl GbR schon einmal darauf hingewiesen, dass die stark gefallenen Solarmodulpreise der letzten Jahre, inzwischen auch bei einer Abweichung von der exakten Südausrichtung, noch eine ausreichende Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs ermöglichen.

 

Wer in der letzten Zeit schon einmal an der Halle vorbeigekommen ist, dem ist sicherlich aufgefallen, dass die Anlage in verschiedene Modulfelder aufgeteilt wurde, die durch Wartungsgänge getrennt sind und deren Module sich auch optisch ein wenig unterscheiden. In der Tat handelt es sich um drei verschiedene Modultypen, die hier verbaut wurden. Es sind monokristalline Solarmodule vom spanischen Hersteller Siliken, monokristalline Solarmodule vom chinesischen Hersteller Yingli und Hochleistungsmodule vom US-amerikanischen Hersteller Sunpower. Die Felder mit den Siliken und den Yingli Modulen wurden exakt gleich verschaltet. Lediglich die Sunpowermodule mussten aufgrund einer speziellen Anforderung (Polarisationseffekt) mit anderen Wechselrichtern verschaltet werden.

 

Die Anlage bietet daher neben einer regionalen ökologischen Geldanlage für die Investoren, auch für die technisch Interessierten eine Möglichkeit neue Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit verschiedener Modultechnologien, bei exakt gleichen Einstrahlungsbedingungen zu gewinnen. Die Anlage wurde selbstverständlich mit einer Datenüberwachung ausgestattet, deren Messdaten zeitnah auf der Homepage des photovoltaikbüro Ternus & Diehl GbR veröffentlicht werden. So können sich sowohl Investoren als auch “Technikfreaks” regelmäßig mit neusten Informationen zu der Anlage versorgen. Auch die unterschiedlichen Erträge der beiden Dachseiten kann man hier sehen.

 

Die technischen Daten der Anlage im Überblick:

378 monokristalline Solarmodule vom Typ Yingli YL 260C-30b (N-Type Silizium, Panda Technologie; 60 Zeller mit 6” Zellen) verschaltet in 18 Modulsträngen a 21 Module. Es wurden 6 Wechselrichter vom Typ Danfoss TripleLynx 15k (3 Wechselrichter für die Südwestseite und 3 Wechselrichter für die Nordostseite) mit je 3 Modulsträngen a 21 Modulen (16,38kWp) belegt.

Gesamtleistung Yingli-Module: 98,28kWp

 

378 monokristalline Solarmodule vom Typ Siliken SLK60M6L (P-Type Silizium; 60 Zeller mit 6” Zellen) verschaltet in 18 Modulsträngen a 21 Module. Es wurden 6 Wechselrichter vom Typ Danfoss TripleLynx 15k (3 Wechselrichter für die Südwestseite und 3 Wechselrichter für die Nordostseite) mit je 3 Modulsträngen a 21 Modulen (15,75kWp) belegt.

Gesamtleistung Siliken-Module: 94,5kWp

 

304 monokristalline Solarmodule mit rückseitenkontaktierten Zellen aus N-Type Silizium vom Typ Sunpower SPR 327 (96 Zeller mit 5” Zellen). Es wurden 38 Stränge mit jeweils 8 Modulen in Serie gebildet. (18 Stränge auf der Nordostseite und 20 Stränge auf der Südwestseite). Die Module wurden an 10 Wechselrichter vom Typ SMA SMC 7000HV verschaltet. (jeweils 3 Stränge a 8 Module pro Wechselrichter) und 4 Wechselrichter vom Typ SMA SMC 5000A (mit jeweils 2 Strängen a 8 Module).

Gesamtleistung Sunpower-Module: 99,408 kWp

 

Die Gesamtleistung der Anlage beträgt: 292,188kWp

Die Inbetriebnahme erfolgte im Dezember 2011 Die Energieerträge der Anlage kann man online verfolgen.

Ausrichtung der Dachflächen: 204° bzw. 24° (0° = Nord; 90°= Ost; 180° = Süd; 270°= West)

Dachneigung: 18° prognostizierter Energieertrag: ca. 830kWh/kWp* 292kWp = 242360 kWh (Strom für etwa 69 Haushalte)